Lolita (Modestil)

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Die Kleidung

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"Lolita" ist ein Oberbegriff für mehrere Modestile, die in Japan ihren Anfang nahmen. Sie orientieren sich u.a. an viktorianischer Kinder- und Trauermode und Rokoko- und Barock-Kostümen, einige Schnitte sind aber auch von Kleidern der 1950er Jahre inspiriert. Eine Übersicht der verschiedenen Unterstile findet sich z.B. auf der Lexikon-Startseite.

Auch dazu gehören Moderichtungen, die von traditioneller asiatischer Kleidung (siehe Wa- und Qi-Lolita) oder dem "westlichen Punk" (siehe Punk Lolita) beinflusst sind. Weiterhin finden sich Elemente des westlichen "Gothics" und französischer Hausmädchenkleidung.

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Die Motivation

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Lolitas möchten mit ihrer Kleidung Eleganz (insbesondere EGAs), Niedlichkeit (vor allem Sweet Lolitas) und generell ein puppenhaftes Äußeres erreichen. Es geht bei diesem Stil nicht darum, wie eine "Lolita" nach dem vorherrschenden Verständnis der "Kin ­dfr ­au" zu wirken, wie sie etwa der gleichnamige Roman Vl ­adi ­mir Nab ­oko ­vs prägte. Es wird also mit Ausnahme der Unterkategorie Erololi kein Wert auf eventuelle erotische Attraktivität gelegt.

Merkmale

Typische Merkmale dieser Kleidung sind etwa ein knielanger, "glockenförmiger" Rock mit dem obligatorischen Petticoat, Trägerkleider, (hochgeschlossene) Blusen mit Puffärmeln, Kniestrümpfe, Mary Janes und Accessoires wie Schirme, alles verziert mit Rüschen oder Spitze.

Beliebte Motive auf den Stoffen sind z.B. Blumenmuster (auch Gobelin genannt), Kronen oder Früchte. Aber auch Märchenelemente oder Anlehnungen an Alice im Wunderland sind üblich.

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Ursprung und Geschichte

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Der Ursprung dieses Stils kann bis in die 1970er Jahre zurückverfolgt werden, aber erst um die Jahrtausendwende wurde diese Bewegung wirklich populär und breitete sich über die ganze Welt aus.

Entgegen fälschlicher Auffassung betrachten Lolitas ihren Stil nicht als Cosplay (Verkleidung). Die Liebhaber dieses Stils wollen nicht in einen fremden, anderen Charakter schlüpfen, sondern finden in dieser Mode sich selbst wieder und haben Spaß daran, mit Gleichgesinnten die Freude an der Ästhetik zu teilen.

Die Szene

Im Gegensatz zu Gothics, Punks u.ä. gibt es bei Lolitas zumindest im deutschsprachigen Raum keine "Szene" in dem Sinne. Für Manche ist Lolita zwar nicht nur ein Kleidungsstil, sondern auch eine Lebenseinstellung, doch sind die Lolitas so vielfältig, dass sich außer der Kleidung kaum allgemeingültige Gemeinsamkeiten finden lassen.

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Was man wohl noch am ehesten als "Szene" bezeichnen könnte, sind Lolita-Treffen und Online Lolita Communities, in denen man sich zumeist über die Kleidung, Näh-Tipps und Shopping News austauschen kann.

In Japan versuchen jedoch einige Künstler aus Bereichen wie Musik, Theater u.ä., die Zielgruppe der Lolitas für sich zu gewinnen, indem sie bevorzugt auf Lolita-Veranstaltungen auftreten.

Weiterführende Information


Kategorien: Modestil