Japanisch für Lolitas Teil 1 - Stile


07.09.2011, von Locoroco

Einleitung

Die Liebe zur Mode hat in vielen Lolitas auch ein gewisses Interesse an der Sprache geweckt. Schon lange gehören Begriffe wie One-Piece (wanpi-su), ama loli und viele mehr zum regulären Vokabular einer aktiven Lolita. Auch wenn englische Quellen dominieren wenn es darum geht Informationen zur Mode zu erhalten, so schrecken viele nicht zurück, sich auch japanische Informationen zu Nutze zu machen. Zwar ist die Barriere bei einer so fremden Sprache wie dem Japanischen groß, dennoch wagen immer mehr Interessierte sich sogar daran, die Sprache des Landes der aufgehenden Sonne zu erlernen. Die folgende Serie soll Lolitas die Welt der damit verbundenen Mode ein wenig näher bringen, dieses Mal von einer ganz anderen Sichtweise - der japanischen.

1. Stile

1.1. Basics

Der formale Begriff für die Mode ist

loli-ta fasshon
(ロリータ・ファッション).

Grob gesehen wird im Japanischen in folgende Stile unterteilt:

Sweet Lolita
ama loli (甘ロリ)
Gothic Lolita
gosuloli (ゴスロリ) oder goshikku ando loli-ta (ゴシック・アンド・ロリータ)
Princess Lolita
hime loli (姫ロリ)

Hiermit meint man eine ama loli, die sich prinzessinnenhaft anzieht. Besonders unter Gyarus beliebt, ziehen sich hime loli auch etwas freizügiger an und werden aufgrund dessen von Lolitas kritisiert. Der Begriff umfasst aber ursprünglich das sich stilvolle in Lolita-kleiden, von daher wird von ernsten hime lolis verlangt, sich bewußt nicht freizügig und zu stark im Gyaru-Stil zu orientieren, um sich konkret davon abzugrenzen.

Prince Lolita
ouji loli (王子ロリ)
Classic Lolita
kurashikarukei loli-ta (クラシカル系ロリータ)
Punk Lolita
loli-ta panku (ロリータパンク)
Wa-Lolita
wa-loli (和ロリ)

Der außerhalb Japans oft auftretende Country Lolita-Stil (kantori-loli-ta – (カントリーロリータ) wird im Japanischen begrifflich nicht so stark abgegrenzt und fließt eher in den Classical Lolita-Stil (kurashikarukei loli-ta – クラシカル系ロリータ) mit hinein.

1.2. Farbabgrenzung

Weiterhin gibt es Unterteilungen in Farbvariationen:

Shiro Lolita
shiro loli (白ロリ)
Kuro Lolita
kuro loli (黒ロリ)
Blaue Lolita
sakkusu loli (サックスロリ)
Rosa Lolita
pinku loli (ピンクロリ)
Rote Lolita
aka loli (赤ロリ )
Bordeaux
borudo (ボルドー)
Braun
buraun (ブラウン)
Dunkelblau
koniro (紺色)

1.3. Neologismus

Neumodische Wörter sind im Japanischen beliebt und auch Lolita hat einen immensen Fachjargon.

Twin-Lolita
futago loli-ta (双子ロリータ)
Befreundete Lolitas
loli-ta tomo ((ロリ友))
Ältere Lolitas
oba loli (オバロリ), auch mama loli (ママロリ), Hausfrau Lolita shufu loli (主婦ロリ), papa loli (ババロリ) usw. Damit sind Lolitas gemeint, die nicht die typischen jungen Lolitas im Teenagealter oder in den Zwanzigern sind. Darunter befindet sich auch angesehne Persönlichkeiten wie die Sängerin Takarano Arika, Mitglied der japanischen Progressive-Rock-Band Ali Project, die ein starkes Gothic-Lolita-Image besitzt.
Itarori (痛ロリ)
Der Begriff steht für Lolitas, die Kleidung, Frisur, Accesoirs und Schuhe nicht vorteilhaft kombiniert haben, oder sich nicht gut kleidende "unreife" Lolitas. Lolitas, die Otakus ähneln und wie ita loli frisiert oder gekleidet sind, kein Make up (no- meiku no loli-ta – ノーメイクのロリータ) tragen, nennt man otaloli (オタロリ).
Visu-Lolitas
biju loli (ビジュロリ)
dosuloli (ドスロリ)
Eine Mischung des Sumo-Begriffs dosukoi (ドスコイ) und loli-ta (「ロリータ」). Auch Panzer Lolita (tankuloli-ta – タンクロリータ). Diese abschätzige Benennung weist auf übergewichtige Lolitas hin, die aufgrund ihres Körperbaus mit diesem Wort mit Sumoringern verglichen werden. Fetischsten wählen den positiveren Begriff
Dicke-Lolita
debu loli (デブロリ)
Feiertag-Lolita
shukujitsu loli-ta (休日ロリータ) und
Wochenend-Lolita
shuumatsu loli-ta (週末ロリータ) werden Lolitas genannt, die die Kleidung nicht im Alltag tragen können, sondern sich jediglich im Privaten ausleben können.

1.4. Super Neologismus

Begriffe, die nach 2004 entstanden sind:

shimotsuma loli (下妻ロリ)

Newbie-Lolitas, die der Mode verfallen sind, nachdem sie "Kamikaze Girls" gesehen haben, es aber nicht richtig verstehen und die Lolita-Kultur "falsch" intepretieren und ausleben oder solche, die zu stark von Takemoto Novalas Werken beinflusst sind. Dabei sind nicht die Lolitas gemeint, wie sie im Film oder in den Werken Novalas beschrieben sind, sondern der schlechte Versuch einer Nachahmung jener.
Gyaru-Lolita
gyaru loli (ギャルロリ)
Ursprünglich meint dieser Begriff Lolitas, die in der virtuellen Welt im oft schlecht oder als nervig angesehenen Gyaru-Stil (gyaru moji ギャル文字) schreiben. Konkret bedeutet dies ausgefallene Schreibweisen (im dt. vetgleichbar mit z.b. "kuhl" anstatt "cool, oder "phat" anstatt "fett" usw.), wobei der Begriff nicht aber auf ihr äußerliches eingeht. Mitterweile steht es aber für Lolitas, die in ihrer Atmosphäre, ihrem Benehmen, ihrer Kleidung, Frisur und Accesoires mehr den japanischen Gyaru-Stil einfließen lassen. Am häufigsten wird mit Sweet Lolita (ama loli) kombiniert.

Die auch unter deutschen berühmte, als Fashionmodel tätige Himeka Shirokaki (白咲姫香(しろさき ひめか), die offiziell die Sängerin Ayumi Hamasaki (浜崎あゆみ) imitiert, kleidet sich oft im gyaru loli Stil. Sie und ihre Agentur selbst bezeichnen ihren Stil aber als "hübsche Puppen-Lolita" (utsukushii ningyokei loli-ta – 新しい人形系ロリータ).

Oft kritisieren eingefleischte Lolitas gyaru loli, da hinter dem Begriff nicht die tiefgründige Lolita-Kultur steckt, sondern lediglich das Aussehen kopiert wird.

 

Weiter geht es mit Japanisch für Lolitas Teil 2 - Shopping

Quelle:


Kategorien: Japan