Lolita-Petticoats


18.03.2014, von Quini

Und was man bei ihnen beachten sollte.

Petticoats kann man nicht sehen, spielen aber eine sehr wichtige Rolle in jeder Lolita-Garderobe. Petticoats machen den Poof in unseren Kleidern und Röcken aus, wodurch wir erst die gewünschte Lolita-Silhouette erhalten können.
Petticoat ist aber nicht gleich Petticoat, es gibt einige wesentliche Unterschiede und Details, wo Lolita beim Kauf achten sollte. Dabei unterscheidet man zwischen zwei wesentlichen Punkten, die man unbedingt beachten sollte: Die Form und das Material.

Bei der Form kann man zwischen Glockenform- und A-Linie-Petticoat unterscheiden.

Glockenform-Petticoat

Glockenform-Petticoats bringen den Rock in einer Glocken-ähnliche Form. Die Glockenform wird durch die gleichmäßige Verteilung des Volumens erzeugt. Dabei wird auf der ungefähren Hüfthöhe das meiste Volumen angebracht und zum Saum hin etwa gleichbleibend Volumen beibehalten. Der Großteil der Lolita-Kleidung benötigt diese Glockenform des Rockes.

A-Linie-Petticoat

A-Linie-Petticoats erzeugen eine geradlinige Form des Rockes. Wie der Name schon andeutet, entspricht die Form dem Buchstaben „A“, sprich die Rockseiten verlaufen gerade zum Saum hin. Das größte Volumen des Petticoats ist demnach am Saum. Vor allem Classic Kleider benötigen eine A-Linien-Form.

Don’t: Square Dance-Petticoat

Square-Dance Petticoats werden zum Square Dance-Tanzen verwendet und ähneln optisch dem A-Linie-Petticoat. Außerdem werden sie auch gerne für Rockabilly-Kleider getragen. Von ihnen sollte Lolita aber Abstand nehmen! In den meisten Fällen haben Square Dance-Petticoats die falsche Länge und sind am Saum zu ausgestellt.

Beim Material wird vorwiegend zwischen zweien unterschiedet: Petticoatstoff und Chiffon/Organza.

Petticoatstoff/-gaze/-tüll

Der Petticoatstoff bzw. –gaze oder –tüll besteht aus einem synthetischen Material (z.B. Polyamid) und ist besonders steif. Das Material ist relativ blickdicht, eng gewebt und ist auf der Haut deutlich spürbar. Manchmal findet man diesen Stoff auch unter dem Namen „Hochzeitstüll“. Viele Petticoats bestehen aus diesem Material, da es am effektivsten Volumen im Verhältnis zur Stoffmenge erzeugen kann. Die Gaze kann aber an den Beinen kratzen bzw. Feinstrümpfe beschädigen. Dagegen helfen u.a. Drawers und Bloomers.

Chiffon/Organza

Chiffon und Organza sind ebenfalls synthetische Stoffe, die aber viel leichter und biegsamer als der Petticoatstoff sind. Das Material ist sehr weich und meist durchsichtiger als die Petticoatgaze. Obwohl beide Materialen unterschiedlich sind, verhält sich der Petticoat bei beiden Stoffen ähnlich. Im Gegensatz zum Petticoatstoff wird das Volumen durch die vielen Stufen/Lagen und der großen Rüschenmenge gewonnen. Vorteil ist, dass der Petticoats sehr angenehm zu tragen ist.

Don’t: Normaler Tüll/ Karnevalstüll

Der normale Tüll ist den meisten Personen, u.a. durch Karnevalskostüme, bekannt. Es ist ebenfalls ein synthetischer Stoff, besteht aus sichtbaren Maschen, ist unterschiedlich steif und sehr preisgünstig. Petticoats, die nur aus diesem normalen Tüllmaterial bestehen, sind i.d.R. nicht für die Lolitamode geeignet. Karnevalstüll ist noch viel kratziger als der Petticoatstoff und schafft viel weniger Volumen als die anderen Materialen.

Neben diesen zwei Hauptpunkten gibt es noch weitere Punkte, die je nach Person oder Anforderungen so oder so gewählt werden sollte.

Als erstes sollte man ermitteln, welche Petticoatlänge man braucht. Dabei kann man folgende Formel benutzen: 5 cm weniger als deine Durchschnittsrocklänge.
Ist der Petticoat zu lang, sieht man ihn unter dem Rock blitzen. Ist der Petticoat zu kurz, gibt es einen sichtbaren und unschönen Knick im Rock. In den meisten Fällen ist die Länge von 45 cm genau richtig.

Als zweites ist die Stärke der Bauschigkeit zu überlegen. Nicht alle Kleider/Röcke brauchen dieselbe Bauschigkeit.
A-Linie Kleider können z.B. auch mit weniger Volumen auskommen als Glockenrock-Kleider und manche High Waist-Kleider brauchen nur minimal bis gar keinen Poof.

Eine weitere Rolle spielt das Material der Kleidung. Röcke aus schwerem Samt brauchen mehr Poof als solche aus normalem Baumwollstoff, um die gleiche Form zu halten. Außerdem ist es manchmal eine Geschmacksfrage, wie Lolita ihren Rock haben möchte.

Reifrock vs. Petticoat

Als Petticoat-Alternative kann man auch einen Reifrock tragen. Reifröcke sind Gestelle aus stabilen Reifen mit unterschiedlichen Durchmessern. Zwischen Reifrock und den Beinen ist daher freier Raum im Gegensatz zum Petticoat. Der Nachteil ist, dass Reifröcke form-stabil sind und man sie nicht einfach zusammen drücken kann, um z.B. durch einen vollen Bus oder engen Gang zu kommen. Dagegen haben sie den Vorteil, dass durch die Reifen die Form immer erhalten bleibt.

Lebensdauer eines Petticoats

Petticoats nehmen im Laufe der Zeit an Volumen ab. Das passiert durch das Tragen und somit durch den Materialverschleiß. Der Versuch mit Wäschestärke zu steifen, ist dabei meist zwecklos. Wäschestärke kann nur bei natürlichen Materialen wirken, wie z.B. Baumwolle, und da die meisten Petticoats aus synthetischem Stoffen bestehen, kann es nicht funktionieren. Chiffon/Organza-Petticoats halten im Schnitt etwas länger als Gaze-Petticoats durch, aber auch sie verlieren nach und nach an Volumen.

Die einzigen Methoden, die bleiben, sind entweder Nachkauf, mehrere Petticoats tragen oder weitere Rüschenbahnen einnähen. Um den Verschleiß entgegen zu wirken, sollte man Petticoats nicht in engen Kartons oder Orten reinstopfen, sondern luftig und ohne Druck lagern. Auch das Auf-Links-Drehen kann helfen.

Welcher Petticoat nun der beste ist, hängt also von vielen Faktoren und Ansprüchen ab. Es hilft bei anderen Lolitas nachzufragen, woher sie ihren eigenen haben oder man liest online Reviews über einzelne Hersteller/Modellen durch.

In dem meisten Fällen verbraucht man im ganzen Lolita-Leben mehrere Petticoats auf oder besitzt generell mehrere für verschiedene Kleider oder Farben.
Worauf ihr achten müsst, wisst ihr von nun an. ^_~


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