Sumire no Tenmado-CAFE-Meeting 2008


09.11.2008, von Locoroco

Sumire no Tenmado
すみれの天窓

Nachdem feststand, dass Duplica und Sery-chan nach Japan kommen wüden, musste neben obligatorischem Shoppen auch das Cafe der berümtesten Musikerinnen der japanischen Lolitaszene aufgesucht werden.

An einem Sonntag im September 2008 machten wir uns also auf dem Weg.

Dass sich das Cafe im Prestige-Viertel Shinjuku befinden wüde, war nicht allzu überraschend. Dass es sich im kontroversen Unterhaltungs- und Rotlichtviertel Kabuki-cho befinden würde, fand ich interessant.

Japanische Adressen sind nicht leicht zu finden und trotz einigen Vorbereitungen irrten wir auf der falschen Seite des Blocks umher. Ein kurzer Anruf im Cafe und schon brachte uns ein Gespräch mit Yuka auf den richtigen Weg.

In einer kleinen Seitenstrasse, ganz Abseits vom Tumult des sonst belebten Viertels, fanden wir eine Anreihung von Gassen, jede mit winzigen Bars, Cafes und Restaurants versehen. Uns erschien die Gasse, in der wir das Cafe fanden, ein wenig verrucht. Wir entdeckten dann ein Schild, mit der Aufschrift und dem Logo des Cafes. Sehr schmale Treppen führten uns in die Lokalität im zweiten Stock.

Foto 4392 von locoroco

Noch kleiner, als schon von Außen vermutet, fanden wir die Welt von Sumire no Tenmado, "dem Dachfenster des Veilchens". Sonntag, später Nachmittag, das Cafe war mit nur knapp sechs Gästen fast voll. Dennoch bat man uns drei schüchternen westlichen Lolitas hinein und eine nette Lolita machte sogar Platz, damit wir uns setzen konnten.

Am Tresen stehend, mit der Kundschaft plaudernd, sahen wir dann Yuka, die uns auch gleich die Speisekarte brachte. Wir entschieden uns für die Empfehlung des Hauses, zwei Cocktails-Sorten, einmal in pink und einmal in rot.

Das Lokal, kleiner als man es für möglich hält, hatte eine ungemeine Atmospähre. Es ist nicht verwunderlich, dass im hektischen Tokyo auch Lolitas gerne Zuflucht suchen, weit weg von der Wirklichkeit. Das Cafe ist von der Außenwelt komplett abgeschottet, man fühlt sich wie in einer eigenen kleinen Welt. Die anderen Lolitas haben sich nicht nur wohlgefühlt, man sah ihnen richtig an, dass sie sich entspannen konnten, was nicht nur an der originellen Dekoration lag.

Auf der Internetseite erfährt man darüber hinaus, dass man das Cafe für Events, Teepartys, Feiern und Ausstellungen mieten kann und es werden auch Küstler gesucht, die im Cafe auftreten möchten.

Auf unseren Samtsofas sitzend, von Keksrezepten plaudernd, kam Yuka später mit Gebäck und japanischen Süßigkeiten zu unserem Tisch. Als guter Gastgeber kümmerte sie sich hervorragend um ihre Gäste. Ein wenig Höflichkeit und ein wenig Interesse hat wohl dazu beigetragen, dass sie auch mehr über ihre ausländischen Gäste erfahren konnte.

Was sie am meisten interessierte war die Frage, wie wir von der Existenz des Cafes erfahren haben. Da die Betreiberinnen nicht auf Kommerz aus sind, wird nicht viel Werbung gemacht. Deshalb auch ihre Verwunderung, dass gerade wir davon gehört haben.

Am meisten zieht einen das Cafe dadurch in den Bann, dass es mit unheimlich viel Liebe gemacht wurde: trotz der Enge wird jeder Platz, jede Ecke, jeder noch so kleinste Winkel für eine originelle Dekoration verwendet. Die vielen Puppen, Figuren, kleinen Döschen, Bilder, auch das alte Telefon in der Mitte auf dem Tresen lässt einen träumen und in Gedanken versinken.

Wie sollte man auch besser einen Nachmittag mit der besten Freundin ausklingen lassen können? Natürlich bei einem Kaffee, mit einem Keks in der Hand und einigen netten Lolitas um einen herum, die einem das Herz erwärmen.

 


Kategorien: Eventbericht, Japan