Tea Party Club × Juliette et Justine Tea Party in London 2012


18.09.2012, von Duplica

Die meisten Tea Partys, die bisher im Ausland statt gefunden haben, hatten einen gewissen Fokus auf Sweet Lolita Mode. Dass es auch eine große Fangemeinde von Classic Lolitas gibt, die ebenso gerne Tea Partys besuchen möchten, zeigte sich auf dem einzigartigen Event, das vom Londoner Tea Party Club vom 8.-9. September im Charing Cross Hotel in London organisiert worden ist.

Anlässlich des 5jährigen Jubiläums des Tea Party Clubs lud die Organisatorin Kyra einige Ehrengäste ein: Mari Nakamura (Designerin von Juliette et Justine) und Mariko Suzuki (Chefredakteurin der Gothic & Lolita Bible), Akira Tanaka (Hair und Make-up Artist) und Koitsukihime (Doll Artist).

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Die Besucher des Events sind sich einig: Es war EPIC! Viele waren extra aus dem Ausland angereist um dabei zu sein: USA, Australien, Singapur, Deutschland, Österreich, Portugal, Frankreich... Dress Code gab es übrigens keinen strengen: Replicas waren nicht erlaubt. Juliette et Justine zu tragen war keine Pflicht.

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Für das Samstagsevent wurden über 180 Tickets verkauft, davon waren 60 VIP Tickets. Die VIP-Ticket Besitzer bekamen einen Early Entrance für den Händlerraum und ein kleines Goodie-Bag, bestehend aus einem Tote-Bag, einer Brosche, einem Haarschmuck, einem Magazin und einer japanischen Süßigkeit. Die Chance früher einzukaufen, wurde auch wahrgenommen, vor allem da Juliette et Justine einen Stand dort hatten, wo auch exklusive Event-Items verkauft worden sind, wie Strumpfhosen und Katzen-Shirts, die online gar nicht erhältlich sind. Es gab sogar Lucky Packs, die aber innerhalb von 10 Minuten alle ausverkauft waren.

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Nachdem die ersten Shopping-Lüste erfüllt worden sind ging es weiter mit dem Questions & Answers mit den Stargästen. Das Ganze dauerte über 30 Minuten und es wurden viele Dinge besprochen. An dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung: Juliette et Justine hat 40% ausländische Kunden, weshalb Mari Nakamura schon großen Wert auf ihren Customer Service legt. Sie war vorher ja bei Victorian Maiden angestellt und ihre Wege haben sich dann durch einen Streit getrennt, was ja anscheinend nicht zu ihrem Schaden geschah. Sie meinte auch, dass es gar nicht schwierig für sie war als Label Fuß zu fassen. Der Name des Labels kommt von den Romanen von Marquis de Sade, in welchem ihrer Meinung nach idealtypische Frauengestalten dargestellt werden (Seitenhieb der Redaktion: Es wird vermutet, dass Nakamura die Bücher nicht gelesen hat). Ihre Inspiration bezieht sie aus der Kunst, wobei ihr da das 16. und 17. Jahrhundert am besten gefallt. Auf die Frage, ob westliche Lolitas auch gut in Lolita-Mode aussehen, meinte sie, dass es sich dabei ja eigentlich um eine japanische Mode handelt, die sich am westlichen Schönheitsideal orientiert, also gibt es gar keinen Grund zu denken, dass Lolita an westlichen Mädchen nicht gut aussehen würde. Im Gegenteil: Wenn es nicht ihnen steht, wem dann? Sie war aber überrascht, als sie erfuhr, dass es so viele Lolitas im Ausland gibt.

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Auf die Frage, ob es ein Alter gibt in dem man mit Lolita aufhören sollte, antwortete Nakamura mit „Probably“- also „Vermutlich ja“, wobei dabei alle lachten mussten. Wenn man sich ansieht mit wie viel Stolz und Anmut die Stargäste, die ja selber die 30 schon längst überschritten haben, Lolita tragen, dann muss man sich um ein Alterslimit wohl keine Gedanken machen. Mari Nakamura gefällt der Classic Lolita Stil am besten, was nicht wirklich überraschend sein dürfte. Mariko Suzuki mag alle Stile gern, sie verhält sich da sehr diplomatisch. Koitsukihime bevorzugt den Gothic Lolita Stil und der Make-Up Artist Tanaka mag Sweet Lolita am liebsten, zumindest was das Make-Up betrifft. Tanaka meinte auch, dass er immer versuche, die Lolitas für die Gothic & Lolita Bible möglichst Puppen-ähnlich zu schminken und dass das Make-Up zum Outfit passen muss und es unterstreichen soll. Ein kleiner Seitenhieb am Rande: Für Nakamura ist Lolita vor allem ein Job, aber sie scheint sehr viel Spaß dabei zu haben!

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Nun war es Zeit für eine Pause. Die Gäste konnten nun entscheiden, ob sie den Händlerraum besuchen wollten, essen gehen, oder doch lieber bei der organisierten Schnitzeljagd mitmachen wollten (Man musste Scrabble-Buchstaben suchen, die ein Wort ergeben).

Das nächste Highlight war die Modenschau von Juliette et Justine. Im Vorfeld wurden die Models unter den Teilnehmerinnen gecastet und es gab auch Auftritte zweier klassischer Sängerinnen, die die Modenschau noch etwas auflockerten. Zu ruhigen eher klassischen Klängen stolzierten die Models über den Laufsteg und präsentierten einige der neueren Kleider von Juliette et Justine, wie das L'annonciation Kleid, La robe du château, conte de fées oder das Library Print oder ein Kleid mit Füchsen darauf. Videos dazu kann man auf der offiziellen Juliette et Justine Seite ansehen.

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Anschließend fand eine Signing Session mit Mari Nakamura und Mariko Suzuki statt, bei der jeder die Chance hatte mit den beiden ein paar Worte zu wechseln. Zeitgleich wurde auch Tee und Kuchen serviert. Zum Abschluss auch noch ein Gewinnspiel, wo Lose gezogen wurden und fast jeder einen kleinen Preis gewann. Es wurde dann auch noch das beste Outfit von allen anwesenden Gästen gekürt, welches La-vie-en-rose gewann.

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Das Event ging dann zumindest am Samstag dem Ende zu, doch gab es dann noch eine riesengroße Überraschung: Die Organisatorin Kyra bekam einen Heiratsantrag von ihrem langjährigen Freund. Der ganze Saal voller Lolitas brach sofort in Tränen aus und teilte diesen emotionalen Moment mit dieser Lolita. Sie sagte „Ja!“. Mari Nakamura sagte sofort zu, dass sie das Hochzeitskleid für sie anfertigen möchte. Welche Lolita träumt nicht davon ein angefertigtes Hochzeitskleid einer Lolita-Marke zu bekommen? Träume können wahr werden!

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Die Tea Party am Sonntag sollte in einem kleineren Rahmen stattfinden und es waren nur in etwa 60 Lolitas anwesend. Die Tickets für den Head-Table, wo auch die Designer saßen, wurde im Vorfeld über ebay für teures Geld versteigert. In diesem ruhigen Ambiente konnte man nun ein bisschen besser mit den anderen Lolitas reden und nebenbei auch noch die gereichten Speisen und Getränke genießen.

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Das Programm war an diesem Tag kurz: Es wurden die verschiedenen Gewinner der Doll Competition, der Make-Up Competion, der Gothic & Lolita Bible Competition und Design Competition angekündigt, die von den Ehrengästen selbst ausgewählt wurden. Gewinner der ersten beiden Wettbewerbe war Duplica, den Design-Wettbewerb gewannen eine Japanerin und eine Britin, ihre Designs werden von Juliette et Justine tatsächlich als Kleider hergestellt und den Zeichenwettbewerb gewannen zwei Britinnen, die ihre Bilder demnächst in der nächsten Gothic & Lolita Bible bewundern dürfen. Anschließend folgte auch noch ein Gewinnspiel, wo wirklich jeder Anwesende noch eine Kleinigkeit gewann. Die Bilder der Wettbewerbs-Gewinner von Sonntag kann man auf dem Blog des Tea Party Clubs bewundern.

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Abschließend wurde es wieder emotional! Scarletsedusa überreichte Mariko Suzuki ihre Diplomarbeit, die sie über „Die Szenekultur der Lolitas im Spiegel der Gothic & Lolita Bible" geschrieben hat. Auch hier gab es wieder einige Tränen – es waren sichtlich alle Lolitas gerührt und man hat gesehen wie viel Liebe alle anwesenden Mädchen für diese Mode empfinden.

Die Gothic & Lolita Bible machte auch viele Fotos von den beiden Tagen, also werdet ihr viele Bilder bald in der kommenden Ausgabe bewundern können.

Lolitas haben oft den Ruf sehr arrogant und von oben herab zu sein. Wer zu einem Event wie diesem geht, wird schnell sehen, dass viel davon nur Schall und Rauch ist, denn hier gab es keinen Neid, keine Missgunst! Jeder hatte nette Worte über für die Outfits der anderen Lolitas und es bildeten sich viele Freundschaften.

Im Anschluss gab es noch eine After Tea Party Party in einem Pub im Camden Town. Aber wie diese ausging und was da passiert ist, wird wohl ein Geheimnis bleiben.

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