Verhalten im Falle eines Erdbebens in Japan


28.06.2011, von Locoroco

Für Reisende, die sich nach dem 11. März 2011 nach Japan begeben, ist es sicherlich beruhigend zu wissen, was man im Falle eines Erdbebens machen soll. Da Japan regelmäßig von kleineren Erdbeben heimgesucht wird, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man während des Urlaubes auf eins trifft, gar nicht mal so klein.

Zunächst einmal, wie in allen Notfallsituationen, sollte man auch hier ruhig bleiben. Erdbeben-Unerfahrenen wird es recht schwer fallen einen kühlen Kopf zu bewahren, aber Panik bringt einen nicht weiter und in der Vergangenheit konnten richtige Entscheidungen sogar Leben retten.

In Japan hört man oft, dass man sich, sobald ein Erdbeben kommt, in Sicherheit begeben sollte. Konkret bedeutet dies sich in Türrahmen zu stellen oder Schutz unter Tischen zu suchen. Wenn möglich, so schnell es geht das Gebäude verlassen. Da Erdbeben nicht selten Stromausfälle verursachen bzw. Stromleitungen bei Erdbeben teilweise sogar automatisch zur Unfallvorbeugung ausgeschalten werden, ist es ratsam, nicht in Fahrstühle zu steigen, sondern die Treppen zu nehmen.

Studien zu Folge sollen nicht Erdbeben direkt, sondern die daraus resultierenden Folgen den größten Schaden verursachen und die meisten Todesopfer fordern. So z.B. der Tsunami, der durch die tektonischen Platten ausgelöst wurde. Auch Erdrutsche, einstürzende Gebäude, fallende Möbel, Glasspliter, Feuer, Fluten und Gaslecks stellen eine große Gefahr dar.

Vorbeugen

Man kann sich vorbereiten, indem man stets Notausgänge im Hinterkopf behält und vor allem an neuen Orten sich jene merkt. Natürlich hat man während des Urlaubs andere Dinge im Kopf, als ständig paranoid nach Emergency-Exits Ausschau zu halten, aber ein wachsames Auge sollte ausreichen.

Erdbeben erkennen

Ein Erdbeben macht sich schnell bemerkbar. Es gibt zwei Arten von Erdbeben: die eine, in der die Erde horizontal bebt und die andere, in der die Erde vertikal bebt. Letztere ist die gefährlichere und glücklicherweise auch selterne Variante. Innerhalb eines Zimmers erkennt man ein anfangendes Erdbeben schnell an schwingenden Lampen und wackelnden Pflanzen. In älteren Gebäuden empfindet man das Beben stärker, als in neueren, Erdbeben-sicheren Einrichtungen. Draußen spürt man Erdbeben eher weniger.

Notfallausrüstung

Japaner haben Zuhause meist einen Notfall-Rucksack vorbereitet, der im Falle einer Katastrophe, bevor man nach draußen flüchtet, schnell mitgenommen wird. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Wertsachen etc. liegen gelassen werden sollen, da diese eine Flucht nach draußen nur erschweren und meist in wirklichen Notsituationen nicht helfen können. Für Reisende in Japan würde ich empfehlen, eine leichte Variante solch eines Rucksackes zumindest für die Hotelaufenthalte bereit zu haben. Dieser muss nicht einmal ein professionell gekaufter sein, so einen Rucksack kann man auch gut selbst zusammen stellen. Was gehört in so eine Tasche rein? Sie sollte sie nicht all zu gross und so weit es geht handlich sein. Rucksäcke, in die ein Din A4-formatiges Heft passt, eignen sich am besten. Das wichtigste, das so ein Survial Kit beinhalten sollte, wäre folgendes:

- Trillerpfeife / Kompass
- Wasser / Haltbares Essen
- Stadtplan
- Schweizer Taschenmesser
- Taschenlampe
- Radio

Die Tasche sollte den Namen des Besitzers/der Besitzerin tragen, wenn möglich mit Angabe der Blutgruppe.

Beim Reisen wäre eine leichte Version solch eines Rucksackes ratsam. Natürlich tragen Japaner so etwas nicht bei sich, aber wer sich einen etwas beruhigteren Urlaub wünscht, für den ist eine zusätzliche Tasche sicher nicht verkehrt.

Notfall Rundfunksendung

Folgende Medien senden, sobald sich ein Erdbeben ereignet, Informationen auf Englisch:

Radio

  • Inter FM (Yokohama) 76.5MHz
  • Inter FM (Tokyo) 76.1MHz

Fernsehen

  • NHK (Channel 1)
  • BS1
  • BS2

Kategorien: Japan