Bloomers Mit Rüschen


Bloomers gehören zur Basiskleidung einer Lolita. Es ist überaus praktisch und bequem, daher sollte es auch hier als Nähanleitung nicht fehlen. Die Arbeit ist etwas langwierig wegen den Rüschen an der Rückfront, aber nicht sonderlich schwer.

Maße

  • Länge: ca. 45 cm inklusive der Spitze
  • Bund: gedehnt bis 108 cm
  • Breite: ca. 118 cm an der maximalsten Stelle
  • Beinsaum: gedehnt bis 74 cm

Es passt einer Taille von 65 cm bis ca. 90 cm und die Hüfte darf nicht weiter als 100 cm sein. Sowie sollten die Oberschenkel nicht weiter als 65 cm sein.

Zutaten

Foto 1848 von quini
  1. ca. 4 cm x 355 cm Spitze
  2. 1 cm x 70 cm Satinband
  3. 1 cm x 130 cm Gummiband
  4. 75 cm x 150 cm leichter Baumwollstoff (oder auch gemischt)

Anleitung

1. Zuschnitt

Foto 1849 von quini
Oben ist das Schnittmuster für ein Viertel der Bloomers. Die Zeichnung ist keine proportional korrekte, sondern nur eine rein schematische.
Die Seite mit der Kurve wird nachher der Schritt/Mittelnaht und die gerade Seite die Außennaht.
Man fertigt anhand der Zeichnung die Schnittvorlage, überträgt es mit Stoffkreide auf dem links liegenden Stoff und gibt drumherum eine 1 cm breite Nahtzugabe dazu. Bitte achtet auf den Fadenlauf (muss parallel zu den Außenkanten des Stoffes liegen) und legt die Schnittteile so eng wie möglich nebeneinander, sodass ihr mit ca. 43 cm des Stoffes auskommt.
Das geht am besten, wenn ihr den Stoff einmal faltet und darauf zwei Schnittteile aufzeichnet. Dabei ist eins gedreht worden und die Schrittseiten zeigen zueinander.
Wenn man es ausschneidet, sollte es nun so aussehen:
Foto 1850 von quini
(Denkt euch einfach eins der Stücke auf den Kopf. Genau so sollte es vorher auf dem Stoff aufgezeichnet sein!)
Insgesamt haben wir jetzt vier Bloomersteile vor uns liegen.
Als letztes brauchen wir noch zweimal 7 cm x 115, einmal 7 cm x 95 cm und einmal
5 cm x 110 cm lange Stoffstreifen (Maße inklusive Nahtzugabe).

2. Nähen

Als erstes werden die vier Bloomersstücke mit Zickzackstich versäumt. Dabei wird aber die obere Seite nicht bearbeitet, weil es später vom Bund eingefasst wird.
Nun nehmen wir zwei der Bloomersteile, die beim Zuschneiden schon aufeinander lagen, und nähen sie rechts auf rechts zusammen,
zwar so wie auf folgendem Bild zu sehen ist:
Foto 1851 von quini
Das gerade Stück unter der Kurve und an der Außennaht nur von unten bis 21 cm hoch. So gehen wir auch mit dem anderem Hosenbein vor.
Eins der Hosenbeine wird umgewendet und in das andere hineingesteckt, sodass Schrittseite und Außenseite der beiden Beinen an der selben Stelle sind (siehe Bild Nr. 3). Jetzt sollte die Kurve von den Schrittseiten exakt aufeinander liegen, wenn man von der Seite schaut. Diese Kurve wird zusammen genäht, dabei sollte man achten, dass die Nähte von den Hosenbeinen unten auch genau aufeinander fallen(sh. Bild Nr. 4).
Foto 1852 von quini

Wir haben schon die Grundform einer Bloomers erreicht. Jetzt sind die Rüschen dran.
Zuerst werden drei Stoffbahnen, die zwei 115 cm und die eine 95 cm langen, je an einer langen Seite und an den beiden kurzen Seite versäumt. Die andere unbearbeitete, lange Seite wird doppelt eingeschlagen und diese Einfaltung angenäht.
Die Einfaltung geht folgendermaßen:
Man hat vor sich die linke Stoffseite zu sich zeigend liegen, dann faltet man ca. 0,5 cm Stoff von der Kante hinein. Wiederum wird der Stoff ca. 0,5 cm eingeschlagen, so dass die Kante nicht mehr zu sehen ist, weil es eingefaltet wurde. Dies macht man regelmäßig an der langen Stoffseite und heftet es mit Stecknadeln fest. Entlang der Faltenkante, die auf dem Stoff nun liegt, wird es festgesteppt.

An der gesäumten Seite der Bahnen wird noch eine Naht zum Rüschen angebracht.
Zuerst stellt man die Fadenspannung auf Null und Stichweite so groß wie möglich. Danach näht man wie normal, aber ohne am Anfang und Ende zu vernähen (= Vor- und Zurücknähen der Naht zum fixieren), knapp entlang der gesäumten Kante. Dabei lässt man auch am Anfang und Ende hinreichend Faden raushängen.

Man legt die Bloomers, die rechte Stoffseite zu uns zeigend, vor sich aus; die Mittelnaht in der Mitte und die beiden Außenkanten liegen außen.
Foto 1853 von quini
Nach dieser Anordnung werden die vorbereiteten Stoffstreifen angeheftet. Dazu sind einige Punkte zu beachten:

  • die mittlere und unterste Rüsche sind die 115 cm langen Streifen und die oberste die 95 cm lange
  • die beiden unteren Streifen werden so angelegt, dass die gesäumte Seite exakt auf die jeweilige rote Linie anliegt und zwar von oben herab
  • beide unteren Streifen liegen rechts auf rechts mit dem Bloomersstoff
  • die oberste Rüsche wird von unten heran an die rote dazugehörende Linie angelegt und das links(Streifen) auf rechts(Bloomersstoff)

Hier sieht man, wie es etwa gemeint ist:
Foto 1854 von quini

Das Foto zeigt von oben an den Bloomers herab, die unterste Rüsche ist schon angenäht und die mittlere Rüsche wurde angeheftet.
Die Fäden von der Rüschnaht vorhin werden sanft an einer Seite angezogen und der Stoff dabei eingehalten. Dadurch zieht sich der Streifen sich zusammen und es wird somit gerüscht (sh. Bild Nr. 6).
Foto 1855 von quini
Diese Rüsche wird jetzt festgenäht, indem man 1 cm von der gesäumten Kante entfernt entlang steppt. Einmal die Rüsche, die jetzt noch nach oben zeigt, nach unten an der neuen Naht umfalten und wieder einmal über die Faltkante drüber nähen.
Fehlt noch die oberste Rüsche, die wird nach Vorlage angeheftet (die Punkte vorhin beachten!), eingerüscht und einmal drüber gesteppt. Die Umschlagung nach unten brauchen wir hier nicht, da die Rüschen schon nach unten hin fallen (sh. Bild Nr. 7).

Als nächstes steppen wir die Außenkanten, die wir vorher noch halb offen gelassen haben, zu. Dabei werden die kurzen Kanten der drei Rüschenreihen zwischen den Bloomersteilen mitgenäht.
So sollte das Ganze in dem Moment aussehen:
Foto 1856 von quini

Nun wird der Bund angenäht. Dafür wird der Streifen mit 5 cm x 110 cm zu einem Ring genäht, indem man die kurzen Seiten rechts auf rechts steppt.
Danach wird der Bund an der Innenseite der Bloomers oben angeheftet und das auf rechts(Bund) auf links(Bloomers)(sh. Bild Nr. 9).
Foto 1857 von quini
Beides zusammensteppen und dann den Bund nach vorn umschlagen. Dazu wird die noch freie Kante einmal nach innen um 1 cm eingeschlagen. Die saubere, entstandene Kante wird genau von außen auf die Naht von eben aufgelegt und auch angesteppt (sh Bild Nr. 10). Nur lassen wir noch eine Lücke von ca. 2 cm frei, dadurch wird der Gummi durchgefädelt.
An der Rückseite wird auch die oberste Rüsche mit eingenäht, sodass es schön vom Bund eingefasst wird(sh. auch Bild Nr. 10).
Damit sind wir oben vorerst fertig und müssen noch die Beinsäume bearbeiten.

Die Säume werden 3 cm nach innen eingeschlagen und zwar auf der linken Seite des Stoffes. Einmal knapp an der gesäumten Kante festnähen, nur wird noch eine kleine Lücke von etwa 2 cm freigelassen (sh. Bild Nr. 11), und dann nochmals eine Naht 1,5 cm von der vorherigen Naht entfernt, so dass ein Tunnel für den Gummiband entsteht und diesmal keine Lücke freilassen.
Die Spitze wird in zweimal 100 cm und zweimal 77,5 cm Stücken geschnitten. Bloomers wenden, damit wir die rechte Seite vor uns haben.
Foto 1858 von quini
Dann ganz unten am Beinsaum wird das längere Spitzenstück angenäht, wobei es regelmäßig eingekräuselt wird. Die kürzere Spitze wird an der unteren Tunnelnaht gesteppt und ebenfalls leicht eingekräuselt fixiert (sh. Bild Nr. 12). Beim anderem Bein geht man genauso vor.

3. Abschluß

Der Gummiband wird in zweimal 35 cm und einmal 60 cm geteilt. Für die Beine werden die Kürzeren durch den Tunnel gefädelt und die Enden festgenäht. Folglich ist das lange Stück für den Bund.
Die Lücken, die wir überall an den Tunneln freigelassen haben, werden jetzt per Hand zugenäht.
Zum Schluß werden die in zwei geteilten Satinbänder außen an den Beinen auf den Tunnel in der Mitte festgenäht, damit man daraus kleine Schleifen binden kann oder sie gleich in Schleifen binden und dann so annähen.

Foto 1859 von quini
Fertig sind die Bloomers!

Varianten

  • die Rüschen ganz weglassen; dann werden die Außenseiten sofort ganz geschlossen und überspringt den Rüschenpart bis zum Bundannähen
  • nur eine Lage Spitze am Beinsaum annähen
  • in der Bloomerslänge variieren, dafür muss man in der Schnittvorlage die 41cm-Angabe verändern: Soll es kürzer werden, verringert man die 41 cm, aber der Rest bleibt so. Soll es länger werden, addiert man zu den 41 cm was dazu und genauso viel auch bei der 11cm-Angabe

Viel Spaß beim Nähen und Tragen!
Fragen oder Kommentare bitte an Quini schicken, danke.


Kategorien: Nähanleitung Kleidung