High Waist Jumperskirt


Dieser Jumper Skirt-Schnitt ist besonders einfach zu schneidern, da er hinten mit einem Shirring ist und somit keine genaue Passform und auch keine RV-/Knopfleiste vonnöten ist. Auch kann man es als Sommerkleid ohne einen Petticoat darunter anziehen, das macht sich ebenfalls sehr hübsch. Das Kleid passt etwa einer 36/38 Größe.

Zutaten

Foto 7469 von quini
  1. Vlieseliene
  2. 150 cm x 150 cm schwarzen Futterstoff
  3. 160 cm x 150 cm Printstoff
  4. 50 cm x 150 cm schwarzen Stoff (Brustbereich)
  5. 4 Knöpfe; Durchmesser ca.1,5 cm
  6. ca. 40 cm langes Gummiband mit ca. 1 cm Breite

Sollte das Futter nur in 140cm Breite vorhanden sein, hat das keine Auswirkungen auf die Längenangabe.

Anleitung

Zuschnitt

Die folgenden Zeichnungen sind proportional nicht korrekt gezeichnet, sie geben nur grob die Form der Schnittteile wieder.

Foto 7470 von quiniFoto 7471 von quiniFoto 7472 von quini

Brustteil und Besatz werden auf dem schwarzen Stoff aufgezeichnet. Für das Brustteil werden insg. nur 4 Teile ausgeschnitten: einmal für das Vorderteil (V), zweimal für Hinten-Seite (HS) und einmal für Hinten-Mitte, was später das Shirring ausmacht (HM). Der Besatz wird auch nur einmal gebraucht.

Die Teile mit dem blauen Halbkreis an einer Ansetzseite werden im Stoffbruch geschnitten. Das bedeutet, dass genau die Seite mit dem Halbkreis an einer Stofffalte anliegt und somit gedoppelt wird. Diese Seite auf keinen Fall durchschneiden. Bitte achtet darauf, dass alle Schnittteile im Fadenlauf des Stoffes liegen und überall die Nahtzugabe von 1 cm nicht vergessen!

Foto 7473 von quini

Die grüne Linie im Vorderteil ist der Abnäher und im Shirringteil die Umschlagkante für`s Einschlagen des Stoffes, dazu kommen wir noch später hin.
Der Rock wird auf dem Printstoff aufgelegt und jeweils zweimal ausgeschnitten. Hier gilt das gleiche wie vorhin: Stoffbruch und Nahtzugabe nicht vergessen.
Aus dem Printstoff wird noch die Saumrüsche ausgeschnitten. Dafür brauchen wir drei Rechtecke mit 17 cm x 150 cm.

Foto 7474 von quini Foto 7475 von quini
Foto 7476 von quini

Dazu kommen noch die Träger und weitere Dekorationsteile wie die Schleife und das Unterbrustband.
Die Träger sind vier Rechtecke mit 5 cm x 50 cm. Die Schleife besteht aus dem Schleifenkörper mit 35 cm x 16 cm und dem Band mit 7 cm x 8 cm. Das Unterbrustband ist ein schmales Rechteck mit 5 cm x 75 cm. Auf dem Besatz und die vier Trägerteile wird auf der linken Stoffseite Vlieseline aufgebügelt.

Foto 7477 von quini

Zuletzt fehlen noch die Schnittteile aus dem Futter. Die zwei Shirring-Tunnel sind Rechtecke mit je 3 cm x 27 cm. Der Rockteil wird genau wie der aus dem Printstoff zugeschnitten und das Saumfutter besteht aus drei Rechtecken mit 15 cm x 150 cm.

Nähen

Als erstes nähen wir die drei Saumrüschenteile jeweils aus dem Printstoff und dem Futter zusammen und erhalten eine lange Bahn aus dem Print- und Futterstoff. Diese langen Bahnen legen wir links auf links aufeinander, wobei das aus Futter etwas schmaler sein sollte.

Foto 7478 von quini

Der Überhang vom bedruckten Stoff wird einmal auf der Höhe des grünen Striches zum Futter gefaltet und nochmals umgeschlagen, sodass die Falte von eben auf dem Futter liegt. Diese Falte wird nah an der Kante auf dem Futter angenäht.

die Seiten der Rockteile aus dem Printstoff werden versäubert, wobei die jeweiligen Unterkanten ausgelassen werden. Dasselbe Prinzip auch bei den beiden Rockteilen aus Futter; alle Seiten außer die Unterkanten versäubern.
Die Schnittteile für den schwarzen Oberbereich werden mit Ausnahmen der Oberkanten versäubert. Ebenso wird die Innenkante des Besatzes versäubert.

Bereiten wir das Brustteil (V) vor. Dazu nähen wir auf der linken Seite des Vorderteils die Abnäher (grüne Linie) ab, indem man einfach diese längs der Hälfte faltet und dann entlang der grünen Linie einen schmalen Keil einnäht. Am Ende haben wir zwei Abnäher.

Foto 7479 von quini

Das Shirringstück (HM) wird an der vorher erwähnten grünen Linie, die quer im oberen Bereich verläuft, zur Innenseite umgeschlagen und festgesteckt. Es sollte nun, wie auf dem Bild 15 zu sehen, ein Stück kürzer sein als die beiden hinteren Seitenteile (HS).
Nun nähen wir drei Tunnel für das Shirring auf der Innenseite auf.

Der alleroberste Tunnel ist die vorher umgeschlagene Stoffkante des Schnittteils. Auf Bild 15 sieht man auf den Umschlag eine weiße gestrichelte Linie, das 1 cm vom Rand entfernt ist. An der Linie schlagen wir den Stoff nochmals nach innen ein und nähen die neue Kante fest. Dabei muss nach oben hin auch noch eine Naht nah an der Kante genäht werden, sodass der Tunnel ca. 1,5 cm breit ist.

Foto 7480 von quini

Der Zweite Tunnel ist 2cm vom ersten entfernt (gemessen von der unteren Der Zweite Tunnel ist 2 cm vom ersten entfernt (gemessen ab der unteren Kante des vorherigen Tunnels). Dafür nehmen wir die schmalen Rechtecke aus dem Futter. Die 5 cm breiten Stücke werden an den Längsseiten 1 cm umgeschlagen und dann auf dem Shirring an den Seiten aufgenäht. Das nächste wird ebenso gehandhabt mit demselben Abstand von 2 cm. Die zu langen Tunnel werden an den Seiten auf die richtige Länge gestützt.

In die Tunnel zieht ihr nun die Gummibänder ein. Für den obersten braucht man ein 13 cm, für den mittleren ein 12 cm und für den unteren ein 11 cm langes Band. Je nach eigenem Ermessen könnt ihr aber auch andere Längen nehmen. Das muss man durch Ausprobieren vorher testen.

Durch die Bänder steckt ihr an einem Ende eine schmale Sicherheitsnadel, so dass jedes eins hat, und schiebt diese dann durch die richtigen Tunneln, die Nadeln voran und alle von derselben Seite kommend. Zieht solange bis das andere nadellose Ende am Tunnelende angelangt ist und sichert das Gummi mit einer Stecknadel (sh. Bild 18, die beiden unteren, fertigen Tunneln). Die Sicherheitsnadeln bleiben vorerst in den einzelnen Tunnel liegen und werden später weiter durchgezogen.

Foto 7481 von quini

Das Shirringstück mit den Gummibändern (HM) wird nun an den beiden hinteren Seitenteilen angenäht (HS), wobei die Seite mit den fixierten Gummibandenden ganz angenäht wird und die andere Seite nur von unten bis zum untersten Tunnel (Bild 20, die rote Linie). Oben raus sollten bei den Seitenteilen mindestens ein 1cm hinausragen (Bild 19, rote Linien). An eins der Seitenteile wird dann auch das Vorderteil angenäht.

Die beiden Schnittteile vom Rock werden an einer Seitennaht zusammengenäht. Die unbearbeitete, lange Seite der Rüsche wird mit einer Rüschennaht präpariert (Rüschennaht siehe Tutorial Rock mit Gummizug).

Die Bahn wird dann gleichmäßig rechts auf rechts an die Unterseite des Rockteils angeheftet (Bild 22), mithilfe der Rüschennaht gerüscht und dann angenäht.

Foto 7482 von quini Foto 7483 von quini

Die eben genähte Kante wird nun versäubert und dann von links auf den Rockteil angenäht (Bild 26). ).

Die fertige Saumrüsche sollte nun von rechts so aussehen:

Foto 7484 von quini
Foto 7485 von quini

Der Rock mit der Rüsche und das Oberteil werden rechts auf rechts zusammengenäht, so dass es wie auf Bild 28 aussieht. Danach schließt man es an der offenen Seite zusammen, damit wir unseren Grundkörper erhalten.

Foto 7486 von quini

Innen nähen wir nun das Futter für den Rock ein. Die beiden Rockteile aus Futter werden an den Seitennähten zusammengenäht, sodass wir einen Ring erhalten. Die Unterkante wird einmal doppelt eingeschlagen und festgenäht. Die Oberkante des Futterrocks wird mit einer Rüschennaht versehen. Diese Seite steckt man an der Naht zwischen Ober- und Rockbereich an, rüschen und annähen.

Bitte dabei achten, dass die linke Seite des Futterrockes zur linken Seite des Rockes zeigt. Hier wäre es angebracht, das Kleid anzuprobieren und erste Korrekturen anzubringen, besonders im Oberbereich.

Foto 7487 von quini

Jetzt wird es etwas fummelig.
Die drei Gummibänder in den Tunneln werden ganz durchgezogen, die Sicherheitsnadeln abgenommen und mit Stecknadeln fixiert. Die offene Seite des Shirrings wird an dem Seitenteil zugenäht. Oben sollte das Seitenteil wie auf der anderen Seite etwas überragen.

Das Unterbrustband wird an den beiden Längsseiten 1 cm eingeschlagen. Dieses Band auf die Naht zwischen Oberteil und Rock anstecken und an beiden Seiten annähen. Dabei nicht zu straff annähen und besser etwas mehr Spielraum zugeben. Dafür sollte die Länge ausreichend sein.

Foto 7488 von quini Foto 7489 von quini

Auf der Rückseite die Enden einschlagen und festnähen, wie auf Bild 34 zu sehen ist.

Foto 7490 von quini

Jetzt kommen die Träger dran:
Jeweils zwei Teile werden rechts auf rechts zusammengenäht und durch ein offen gelassenes Ende gewendet. Die zwei Träger steckt man mit dem offenen Ende an dem Vorderteil an und zwar an der Stelle, wo die Kurve beginnt (Bild 35).

An der offenen Seite des Kleides steckt man den Besatz über die Träger rechts auf rechts an. Entlang der weißen Linie auf Bild 36-37 den Besatz an das Kleid annähen. Ein paar Einschnitte in die Nahtzugabe schneiden, wo es nötig ist, den Besatz nach innen wenden und glattbügeln.

Foto 7491 von quini Foto 7492 von quini

Am Rücken die Nahtzugabe vom Besatz einschlagen, wo es noch nicht an das Shirring und an der Unterbrustnaht angenäht ist. Danach es entlang der roten Linie, wie auf Bild 38 gezeigt, annähen.

Foto 7493 von quini

Die Bänder werden auf der Rückseite wie auf Bild 39 aufgelegt, markiert die Stellen, wo die Knöpfe hinkommen und näht dort die Knopfschlitze an (rote Linien). Auf der Rückseite die Knöpfe mit der Hand annähen und durch die Schlitze stecken.

Foto 7494 von quini

Zuletzt noch die Schleife machen:
Den Schleifenkörper längs zu einem Tunnel nähen, wenden, die Enden zur Mitte falten und zusammennähen. Den Schleifenband ebenfalls zu einem schmalen Tunnel nähen und die Kante versäubern. Schleifenkörper vorformen, mit einem Faden fixieren und mit dem Band um die Mitte darum annähen. An die fertige Schleife eine Anstecknadel anbringen.

Damit ist der JSK auch schon fertig!
Foto 7495 von quini

Varianten:

Wie man sehen kann, ist das Kleid relativ schlicht und man kann viele Änderungen dran vornehmen, hier einige Beispiele:

  • Die Träger auf der Rückseite wie beim Vorderteil annähen
  • Länge des Rockteils verändern
  • andere Rüschen
  • Spitze benutzen
  • für größere Konfektionsgrößen sollte der Rockteil und Oberbereich verlängert werden und der Oberbereich an die Brustweite anpassen; entweder durch einen weiteren Shirring oder jedes Schnittteil einige cm dazugeben.

Viel Spaß beim Nähen und Tragen!
Fragen oder Kommentare bitte an Quini schicken, danke.


Kategorien: Nähanleitung Kleidung